Ein Kämpfer für die Gerechtigkeit

Ich habe den Blog mit Adam Lauks verlinkt. Als ich seine letzten Schreiben an das Landgericht Berlin las und seine Erfahrungen mit dem BStU, glaubte ich an deja vus. Es gibt leider viele Hinweise, dass die Bundesrepublik unter Federführung der CDU nicht ehrlich Willens ist, den SED- Opfern ausreichend Genugtuung zu verschaffen. Bisher, so ist auch meine Erfahrung, werden effektive Nachforschungen erschwert. Die Gerichte verstiegen sich bereits, den Opfern eine Mitschuld an ihren Leiden zu geben. Für die Täter hat man ungerechtfertigtes Verständnis, obwohl sie ihr Handeln nie als Menschenrechtsverletzung sahen. Woher kommt nun die Ansicht, Opfer würden sich nur an Tätern rächen wollen? War dergleichen denn schon nach der Wende passiert? War es nicht eher umgekehrt, dass SED/Stasiopfer in alter Kadermanier verhöhnt wurden und deren Schicksal verharmlost ? Wo ist die deutsche Gedenk- und Dokumentationsstelle für die vom MfS in den 50er Jahren verschleppten und der sowjetischen Besatzungsmacht eilfertig ausgelieferten deutschen Zivilisten, die dann heimlich in Moskau erschossen wurden? Für alles andere hat man solche Dokumentationsstellen bereits errichtet oder in Planung.  Für die toten Demokraten der ersten Stunde, Menschen mit Zivilcourage, an denen sich so mancher Politiker heute orientieren könnte, die für ein freies Deutschland kämpften oder die einfach nur verschwanden, weil ihr Eigentum denunziante Nachbarn lüstern machte will man keinen Gedenkort schaffen. Nicht einmal die Rehabilitierungsgesetze sehen eine Versorgung der Hinterbliebenen vor. Und wenn sich immer wieder die Täterversteher melden und verlangen, dass die Stasiakten nur wenigen auserwählten Kreisen, am besten niemandem mehr zur Verfügung stehen sollten, dann passt das genau in das Bild des Versagens der Aufarbeitung der deutschen Nachkriegsgeschichte. Wir sind da weltweit vielleicht Vorbild- trotzdem haben wir uns, wenn man näher hinblickt, nicht mit Ruhm bekleckert.